DRK KV Bremervörde
Die DRK Bereitschaft Bremervörde
Von Anfang der 80er Jahre bis heute
Anfang der 80er Jahre bestanden im Kreisverband Bremervörde noch 7 Bereitschaften und zwar in Bremervörde, Tarmstedt, Kirchtimke, Wilstedt, Sittensen und Zeven. Nachdem die Bereitschaft Sittensen aus Personalmangel aufgelöst wurde und die Bereitschaften Kirchtimke und Wilstedt sich zusammen geschlossen haben, sind im Jahre 2007 noch 5 Bereitschaften vorhanden.
In Bremervörde und Zeven waren neben den jeweiligen Sanitätsgruppen Technische Einheiten aufgestellt und zwar ein Fernmeldezug in Bremervörde und ein Technischer Zug in Zeven. Diese bildeten zusammen mit der Sanitätsgruppe jeweils die örtliche Bereitschaft.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Bereitschaft Bremervörde Fahrzeuge nur für den Fernmeldedienst, dies waren von der Bundeswehr übernommene Fahrzeuge. Es waren vorhanden 1 Fernmeldebauwagen, 1 Mannschaftstransportwagen und 1 Pritschen-LKW, alle auf Borgward 2000 Fahrgestell. Ferner war 1 DKW-Munga mit einem ersten Funkgerät in Bremervörde stationiert.
Der Pritschen-LKW wurde wegen eines Motorschadens 1978 gegen einen Unimog ausgetauscht. In der Sanitätsgruppe waren keine Fahrzeuge vorhanden, im Bedarfsfalle (zu besetzende Sanitätsdienste) wurden entweder Fahrzeug des Fernmeldezuges (meist der MTW) benutzt oder 1 Krankenwagen des regulären Krankentransports verwendet an den auch der vorhandene Materialanhänger angehängt wurde. Ferner wurden viele San-Dienste mit Privat-PKW besetzt.
Nachdem die Sonderaufgaben abnahmen und andererseits der Personalbestand sowohl in den Sanitätsgruppen als auch in den Technischen Einheiten weniger wurde, haben sich in beiden Orten die Gruppen zusammengeschlossen, so dass nur noch jeweils eine Gruppe die Bereitschaft bildete. Wobei in Bremervörde weiterhin besonders der Funkbereich betrieben wurde, bis später alle Bereitschaften mit Funkgeräten ausgestattet wurden. Allerdings nahmen andererseits die Zahl der zu leisteten Sanitätsdienste bei Veranstaltungen stark zu, so dass die Hauptaufgabe weitgehend der Sanitätsdienst wurde.
Bei der Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen wurde hierdurch bedingt natürlich auch der Sanitäsdienstbereich immer stärker berücksichtigt, so wurde unter anderem bereits 1980 ein erstes SG-30-Zeltvom Kreisverband beschafft und an die Bereitschaft übergeben. Seit Mitte der 90iger Jahre wurden auch für den Betreuungsbereich bei der Bereitschaft Bremervörde Ausrüstungsgegenstände beschafft bzw. übergeben, als Beispiele seien hier Getränke- und Essenthermen, Hockerkocher und zusätzliche Feldbetten genannt.
Die Personalstärke der Bereitschaften entwickelte sich im Laufe der Jahre sehr wechselhaft, so waren um 1980 nur noch ca. 5 Helfer vorhanden. Bis in die späten 90iger Jahre hatte sich der Personalstamm auf ca. 25 Helfer/innen vergrößert und umfasst im Jahre 2007 ca. 15 Helfer/innen. Abhängig von der unterschiedlichen Personenzahl entwickelte sich auch das Aufkommen der Einsatzstunden der Bereitschaft, die von knapp 1800 Stunden um 1980 bis zu über 5000 Stunden schwankte. In den letzten beiden Jahren betrug sie ca. 3500 Stunden. Hierin sind die Einsätze bei ca. 50 Veranstaltungen im Jahre bei denen wir Sanitätsdienst leisten wie zum Beispiel Reitsport, Motorsport, Leichtathletik, aber verstärkt in den letzten Jahren auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Open-Air-Auftritte und ähnliches.
Ferner umfasst die Tätigkeit der Bereitschaft natürlich auch die Durchführung der Altkleidersammlungen, die Unterstützung der Blutspendertermine des Ortsvereins sowie weitere Aufgaben, die auch zu Auslandseinsätzen in Italien, Polen, Rumänien, Weißrussland und Estland führten.
Durch die Neuausstattung der Katastrophenschutzeinheiten des Bundes ab Anfang der achtziger Jahre bekam auch die Bereitschaft Bremervörde neue Sanitätsfahrzeuge und wurde in diese Katastrophenschutzeinheit eingegliedert. Die alten Bundeswehrfahrzeuge wurden dafür an andere Kreisverbände ab oder an die Bundeswehr zurückgegeben. Es wurden zuerst folgende Fahrzeuge in Bremervörde stationiert, 1 KTW-4-Tragen (Bund) und ein baugleiches Fahrzeug vom Landkreis und Kreisverband finanziert. Als nächstes folgten 1 Arzttruppwagen (Bund) und 1 Mannschaftstransportwagen (Bund). Der Mannschaftstransportwagen wurde bereits ein Jahr später durch einen neuen, diesmal vom Landkreis finanziert, ersetzt und an die Bereitschaft Zeven weitergegeben. Auch der MTW vom Landkreis wurde nach 2 Jahren wieder durch einen neuen ersetzt und an die Bereitschaft Tarmstedt weitergegeben.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde der KTW des Landkreises bei uns abgezogen und an den Landkreis Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern übergeben. Wir erhielten dafür ein Jahr später einen neuen KTW, der im Jahre 2007 noch bei uns in Dienst ist.
1994 wurden die Katastrophenschutzeinheiten des Bundes neu gegliedert, es wurden sogenannte Einsatzzüge (Aufgabenbereich sowohl Sanitäts-, als auch Betreuungsdienst) gebildet. Hierzu wurde jeder Landkreis mit Bundesfahrzeugen und –einheiten ausgestattet. Vorher waren dies nur einzelne Landkreise gewesen, so im Bereich der Sanitätsdienstes im Regierungsbezirk Lüneburg nur der Landkreis Rotenburg (Wümme) und Lüchow-Dannenberg. Für den Kreisverband Bremervörde hieß das, dass etliche Fahrzeuge der Bundesausstattung des Sanitätsdienstes abgegeben werden mussten, unter anderem 8 KTW-4-Tragen. Nach und nach wurden allerdings Fahrzeuge des Betreuungsdienstes an den Kreisverband übergeben.
Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Einsatzzüge wurde natürlich auch die Aus- und Weiterbildung der Helfer/innen umfangreicher. Im Sanitätsdienst umfasst die Ausbildung neben den Grundkurs in Erste-Hilfe die Weiterbildung in den San-Lehrgängen A, B und C. Es wird zum Teil auch eine Ausbildung der Helfer/innen zum Rettungssanitäter vom Kreisverband finanziert. Ferner werden Grund- und Aufbaulehrgänge im Betreuungsdienst, sowie im Technischen Dienst angeboten, wobei eine Ausbildung zum Beispiel bis zum Feldkoch reichen kann.
Damit die Einsatzzüge des Katastrophenschutzes schneller und flexibler einsetzbar werden, wurden ab ca. 1990 bundesweit sogenannte Schnell-Einsatzgruppen (SEG) aufgestellt. Auf Initiative des damaligen Leitenden Notarztes und 2. Vorsitzenden Herrn Dr. Linnemann wurde 1994 auch für Bremervörde und Gnarrenburg eine SEG gegründet, sie konnte allerdings aufgrund eines Einspruchs des Landkreises ihre Arbeit nicht aufnehmen. Nachdem im Jahre 2000 mit Rettungsdienstpersonal der Rettungswache Rotenburg durch den Kreisverband Rotenburg und den Landkreis eine SEG-Rettung aufgestellt wurde, kam es kurze Zeit später auch im Bereich Zeven, Tarmstedt und Sittensen zur Gründung einer SEG. Diese setzte sich aber sowohl aus dem Bereich Sanität/Betreuung zusammen.
Als Ersatz für den abgezogenen 4-Tragen-KTW (Bund) erhielt die Bereitschaft Bremervörde einen anderen von der Bereitschaft Zeven und als Ersatz für den an die Bereitschaft Gnarrenburg weitergegebenen Mannschaftstransportwagen einen Einsatzleitwagen (Bund), der 2007 ebenfalls noch im Dienst ist. Auch der Arzttruppwagen war zwischenzeitlich an die Bereitschaft Gnarrenburg weitergegeben worden. Als dritter KTW wurde dann ein DRK-eigenes Fahrzeug stationiert. Zusätzlich wurde vom Landkreis ein gebrauchter LKW in Dienst und uns als Gerätewagen zur Verfügung gestellt. Für den nötigen Materialtransport stehen dieser Gerätewagen sowie ein dazu vom Kreisverband im Jahr 2002 beschaffter Anhänger zur Verfügung und befinden sich ebenfalls noch im Dienst. Auf dem Anhänger verlastet ist unter anderem das vom Kreisverband bereits im Jahr 2001 beschaffte Schnelleinsatzzelt mit Zubehör.
Der DRK-eigene KTW wurde anschließend durch ein Reserve-KTW des Rettungsdienstes ersetzt und später der SEG-Rettung zur Verfügung gestellt. Aufgrund des schlechten Zustands des Bundes-KTW, mittlerweile Jahre alt, wurde dieser ausgemustert und ein Jahr später durch einen neuen 4-Tragen –KTW ersetzt. Da sich unter den 4 Fahrzeugen in der Bereitschaft Bremervörde kein Fahrzeugmit größerer Sitzplatzzahl befand und somit bei Bedarf immer mehrere Fahrzeuge fahren mussten, wurde e Mannschaftstransportwagen (9-Sitzer) neu auf Kosten des Kreisverbandes beschafft und Ende 2005 in Dienst gestellt.
Derzeit verrichten 15 Helfer/innen in der Bereitschaft aktiv ehrenamtliche Dienste. Im Jahr 2007 ist ein stärkeres Interesse an diesen Tätigkeiten zu spüren, so dass man aktuell von einem positiven Wachstumstrend – einem Helferzuwachs – reden kann. Auch weiterhin wäre es wünschenswert, dass sich noch mehr Menschen zwischen 16 und 60 für die Tätigkeit der Bereitschaft begeistern könnten.
Quelle: Heft "125 Jahre DRK Ortsverein Bremervörde